Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit

Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt:

Durch die Geburt im Inland erwirbt ein Kind ausländischer Eltern seit dem 1. Januar 2000 die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt:
  • sich seit 8 Jahren ununterbrochen und rechtmäßig im Bundesgebiet aufhält und
  • ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder als Staatsangehöriger der Schweiz oder dessen Familienangehöriger eine Aufenthaltserlaubnis auf Grund des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit besitzt.

Anspruchseinbürgerung:

Ein Ausländer, der seit 8 Jahren ununterbrochen und rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat, ist auf Antrag einzubürgern, wenn er:
  • sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekennt,
  • eine Niederlassungserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis besitzt (nicht alle Aufenthaltserlaubnisse sind für eine Einbürgerung ausreichend), freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger, gleichberechtigter EWR-Staatsangehöriger oder Staatsangehöriger der Schweiz (mit einer bestimmten Aufenthaltserlaubnis) ist
  • den Lebensunterhalt ohne Sozial- oder Arbeitslosenhilfe für sich und seine Familie bestreiten kann,
  • seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt oder verliert,
  • nicht wegen einer erheblichen Straftat verurteilt worden ist,
  • über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt,
  • über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügt.
Bei erfolgreicher Teilnahme an einem Integrationskurs und entsprechender Bescheinigung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wird der Mindestaufenthalt auf 7 Jahre verkürzt.

Bei Vorliegen besonderer Integrationsleistungen kann der Mindestaufenthalt auf 6 Jahre verkürzt werden.


Miteinbürgerung von Ehegatten und Kindern:

Der Ehegatte und die minderjährigen Kinder können unter den gleichen Voraussetzungen mit eingebürgert werden, wenn:
  • der Aufenthalt des Ehegatten mindestens 4 Jahre bei mindestens 2-jähriger ehelicher Lebensgemeinschaft andauert und
  • Kinder, wenn sie sich seit mindestens 3 Jahren im Inland aufhalten - Kinder unter 6 Jahren sollen das halbe Leben im Inland verbracht haben

Ausschlussgründe:

Ein Anspruch auf Einbürgerung besteht nicht, wenn:
  • Ausweisungsgründe vorliegen oder
  • er Bestrebungen verfolgt hat, die gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit eines Landes oder Bundes sprechen oder gegen die Amtseinführung eines Verfassungsorgans des Bundes/Landes oder deren Mitglieder ungesetzlich beeinträchtigte,
  • er durch die Anwendung von Gewalt oder durch entsprechende Vorbereitungshandlungen auswärtige Belange der Bundesrepublik gefährdet.

Weitere Einbürgerungsmöglichkeiten:

  • Einbürgerung der Ehegatten deutscher Staatsangehöriger nach §9 StAG bei einem Inlandsaufenthalt von mindestens 3 Jahren und einer ehelichen Lebensgemeinschaft mit deutschem Ehegatten von mindestens 2 Jahren,
  • Einbürgerung nach §8 StAG bei öffentlichem Interesse im Bereich der Wissenschaft, Forschung, Kunst, Kultur, Medien und des Sports.
  • Eine Ermessenseinbürgerung kann auch bei einem Aufenthalt unter 8 Jahren erfolgen.

Hinnahme von Mehrstaatigkeit:

Von der Aufgabe beziehungsweise dem Verlust der bisherigen Staatsangehörigkeit wird abgesehen, wenn die bisherige Staatsangehörigkeit nicht oder nur unter besonders schweren Bedingungen aufgegeben werden kann. Dies ist anzunehmen, wenn:
  • das Recht des ausländischen Staates keine Entlassung vorsieht,
  • der ausländische Staat die Entlassung regelmäßig verweigert,
  • die Entlassung aus Gründen abgelehnt wird, die der Antragsteller nicht zu vertreten hat oder von unzumutbaren Bedingungen abhängig gemacht wird oder über den vollständigen und formgerechten Antrag nicht in angemessener Zeit entschieden wird,
  • bei älteren Personen nur die Mehrstaatigkeit einer Einbürgerung entgegensteht, die Entlassung auf unverhältnismäßige Schwierigkeiten stößt und die Versagung der Einbürgerung eine besondere Härte darstellt,
  • bei Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit erhebliche Nachteile wirtschaftlicher oder vermögensrechtlicher Art entstehen,
  • der Einbürgerungsbewerber politisch Verfolgter ist und einen entsprechenden Reiseausweis besitzt.

Weitere Ausnahmen:

  • EU-Staatsangehörige sowie Staatsangehörige der Schweiz,
  • unzumutbare Ableistung von Militärdienst,
  • nach Maßgabe völkerrechtlicher Verträge (bisher wurden allerdings keine entsprechenden Verträge geschlossen)

Einbürgergungen erfolgen nur auf Antrag.
Antragsformulare senden wir Ihnen gerne zu.
Es empfiehlt sich, vor der Antragsstellung ein Beratungsgespräch (auch telefonisch) mit Ihrer Sachbearbeiterin / Ihrem Sachbearbeiter zu führen. Dabei kann Ihnen erläutert werden, welche Unterlagen Sie benötigen.

 

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Buchstaben A, Q-Z
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