Herkulesstaude

Pflanzen, die durch den Menschen in unsere Heimat eingeführt wurden, also ursprünglich nicht bei uns heimisch waren, nennt man in der Fachsprache Neophyten. Die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum), auch Riesenbärenklau genannt, ist ein solcher Neophyt und eine der Arten, welche in ihrem neuen Lebensraum zu einem echten Problem wurden.

Im 19. Jahrhundert wurde die Herkulesstaude aus dem Kaukasus eingeführt und zunächst in Botanischen Gärten als Zierpflanze kultiviert, von wo sie dann auswilderte. Mittlerweile ist diese Pflanze zu einer Plage und Bedrohung heimischer Pflanzengesellschaften geworden, bedrohlich für den Menschen wegen ihres Giftes und für Flora und Fauna wegen der raschen Ausbreitung.

Bild einer Herkulesstaude sowie der Verletzungen/Verbrennungen, die sie zufügen kann

Die Pflanze kann bis zu 4 Meter hoch werden und hat große weißblühende Dolden. Eine Pflanze bildet bis zu 10.000 Samen aus, was die rasche Ausbreitung erklärt. Die Pflanzenteile enthalten Furocumarin, ein Gift, das bei Sonneneinstrahlung zu schweren allergischen (photochemischen) Reaktionen führt. Neben dem Gefährdungspotenzial für Menschen wirkt sich die Herkulesstaude auch problematisch auf Flora und Fauna aus. Durch ihr starkes Ausbreiten werden einheimische Arten verdrängt, die Verarmung unserer einheimischen Flora wird somit gefördert. Besonders problematisch ist dies, wenn ohnehin bedrohte Arten dadurch zusätzlich gefährdet werden. Auch die Landwirtschaft ist betroffen. Herkulesstauden in Äcker, Wiesen und Weiden führen zu Ertragseinbußen, Mähgut wird völlig entwertet.

Als Konsequenz wurde unter der Koordination durch die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e. V. (GNOR), die seit Jahren die Entwicklung verfolgt, 1996 erstmals intensiv mit der Eindämmung der Pflanze in Naturschutzgebieten und mehreren Verbandsgemeinden begonnen.