Allgemeine Informationen zur Partnerschaft mit dem Sektorenverbund Kirehe (Ruanda)

Die Republik Ruanda liegt in Zentralafrika und zählt zu einem der ärmsten Länder der Welt. Ruanda grenzt im Osten an Tansania, im Norden an Uganda, im Westen an Zaire und im Süden an Burundi. Mit 26.400 qkm Fläche ist Ruanda einer der kleinsten Staaten Afrikas, zählt aber mit 8 Millionen Einwohnern zu den am dicht besiedelsten Ländern auf dem schwarzen Kontinent.

Die erste Partnerschaft zwischen einem deutschen Bundesland und einem Land der Dritten Welt wurde am 23. Juni 1982 zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda begründet.

Den ersten Kontakt zur damaligen Gemeinde Rusumo, heute Sektorenverbund Kirehe im Distrikt Kirehe, hat der Landkreis Mainz-Bingen im Jahr 1987 aufgenommen. Der heutige Sektorenverbund Kirehe liegt im Südosten Ruandas und gehörte bei Gründung der Partnerschaft im Jahr 1989 zur Präfektur Kibungo.

Im Sektorenverbund Kirehe leben rund 80.000 Menschen. Während des Völkermordes im Jahre 1994 flohen Tausende in das benachbarte Tansania oder wurden ermordet. Vor dem Völkermord wohnten in der Gemeinde Rusumo rund 120.000 Menschen. Als die Flüchtlingslager in Tansania in den Jahren 1995 – 1997 aufgelöst wurden, kamen viele der früheren Bewohner, sowie Flüchtlinge aus anderen Landesteilen, in den damaligen Distrikt Rusumo.

Nach dem schrecklichen Völkermord 1994 hat sich die Sicherheitslage entspannt und begünstigt somit eine weitere Normalisierung in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Hoffnungsvolle Anzeichen sind die Straffung der zentralen Administration, die Verlagerung von Verantwortung auf gewählte lokale Strukturen, die Umorganisation des Militärs und der Sicherheitskräfte und die geplante juristische Aufarbeitung der schweren Hypotheken des Völkermords.

Zum 02.01.2006 fand in Ruanda die vorgesehene Verwaltungs- und Gebietsreform statt. Das Land wurde in nur 4 Provinzen (Nord, Süd, Ost, West) sowie die Stadt Kigali, 30 Distrikte und 546 Sektoren unterteilt. Um die bestehenden partnerschaftlichen Beziehungen im kommunalen Bereich so wenig wie möglich durch die Gebietsreform in Ruanda zu beeinträchtigen, hat das Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz in mehreren Gesprächen mit dem Koordinationsbüro in Kigali Vorschläge für den Landkreis Mainz-Bingen erarbeitet.

Der ursprüngliche Distrikt Rusumo (166.000 Einwohner) wurde aufgelöst. Er ist in dem neuen Distrikt Kirehe in der Provinz Ost aufgegangen. Der Distrikt Kirehe besteht aus insgesamt 12 Sektoren. Die dem Landkreis Mainz-Bingen zugeteilten 4 Sektoren innerhalb des Distrikts Kirehe, die sich zu einem Verbund zusammengeschlossen haben, sind:
  • Nyamugali: 23.380 Einwohner
  • Kigina:16.520 Einwohner
  • Kigarama: 1.670 Einwohner
  • Kirehe: 6.374 Einwohner
  • Insgesamt: 77.944 Einwohner
Der neue Bürgermeister des Distrikts Kirehe ist Patrick NKUNZUMWAMI. Die von Seiten des Landkreises Mainz-Bingen und dem Freundschaftskreis Landkreis Mainz-Bingen / Distrikt Rusumo e. V. (Sektorenverbund Kirehe) zur Verfügung gestellten Mittel werden auch künftig zweckgebunden im bisherigen Wirkungskreis innerhalb des Sektorenverbundes eingesetzt.

In den Jahren der Partnerschaft von 1989 bis heute hat der  Freundschaftskreis Landkreis Mainz-Bingen – Distrikt Rusumo e. V. zusammen mit dem Land Rheinland-Pfalz und anderen verschiedenen Spendern 12 Projekte zum Wiederaufbau des ehemaligen Distrikts Rusumo unterstützt. Insgesamt wurden bis zum Jahr 2006 mehr als 507.592,01 Euro in Hilfsprojekte investiert. Davon hat der Freundschaftskreis Landkreis Mainz-Bingen – Distrikt Rusumo e. V. rund 56.000 Euro getragen. Die übrige Finanzierung wurde durch sonstige Spender und das Land Rheinland-Pfalz gesichert. Hinzu beteiligt sich der Landkreis Mainz-Bingen seit 2003 jährlich an der “Aktion Tagwerk” und konnte dadurch einen Betrag von bislang insgesamt rund 4.000 Euro dem Freundschaftskreis zukommen lassen.

Das Ziel des Vereins, weitere humanitäre Projekte im Partnerdistrikt Rusumo/Kirehe zu verwirklichen, lässt sich nur dann realisieren, wenn eine große Anzahl von Mitgliedern dies ideell und materiell unterstützen.

Zur Zeit sind Mitglieder des Vereins 7 Verbandsgemeinden, 8 Städte und Ortsgemeinden sowie 5 Institutionen und 23 Privatpersonen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt für Verbands- und Ortsgemeinden, Städte, Vereine, Schulen 55,00 Euro, für Privatpersonen 15,00 Euro jährlich. Selbstverständlich steht es frei, auch einen höheren Mitgliedsbeitrag zu leisten.

Spendenkonten:
  • Sparkasse Rhein-Nahe
    Konto-Nr. 35 018 282
    BLZ 560 601 80
  • Sparkasse Mainz
    Konto-Nr. 49 585
    BLZ 550 501 20

 

Formulare und Publikationen zum Download (PDF):